Hannover. Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten in Niedersachsen sieht die Einflussnahme der
chinesischen Konfuzius-Institute auf die hiesige Wissenschaftsfreiheit bereits seit Längerem mit
Sorge. Der nun in Hannover aufgetretene Fall einer unterbundenen Buchvorstellung über Chinas
Staatspräsidenten Xi Jinping habe jedoch eine neue Dimension erreicht.
Die Kulturinstitute stehen seit vielen Jahren stark in der Kritik, an Spionage, diskriminierender
Einstellungspolitik, Untergrabung der wissenschaftlichen Freiheit an den Gasthochschulen und
Überwachung von im Ausland lebenden Chinesen beteiligt zu sein. Außerdem wird der Versuch
beobachtet, in kontroversen Fragen der chinesischen Politik, wie Menschenrechten, den Uiguren,
Taiwan, Tibet etc. die Agenda der Regierung und Kommunistischen Partei voranzubringen (vgl.
Deutschlandfunk).

"Auf eine niedersächsische Initiative hin, fordert der RCDS deshalb mittlerweile bundesweit, alle
Kooperationen zu beenden. Andere Länder wie Brüssel oder Schweden sind da schon weiter und
haben die Zusammenarbeit längst aufgekündigt", so Jonas Schlossarek, Landesvorsitzender des
RCDS.

Auch die Bundesregierung ist sich im Klaren über die Einflussnahme aus China. Bereits 2019 schrieb
sie, die Konfuzius Institute sollen nach dem Willen der Kommunistischen Partei als wichtiger Akteur in
der Soft-Power Politik Chinas dienen. Außerdem sei der Bundesregierung bekannt, dass die Institue
eng an die Propagandaabteilung angebunden seien und Einfluss auf Veranstaltungen und Lehrinhalte
in Deutschland genommen würden (vgl.
Deutscher Bundestag).

Diese Einflussnahmen soll es auch nach dem Willen der RCDS Gruppe in Hannover nicht mehr geben.
"Wir werden in Gespräche mit der Unileitung gehen und uns auch in der Studentenschaft stark
machen, dass die Leibniz Universität ein Ort der Freiheit und ohne chinesischen Einfluss bleibt.",
so der örtliche Gruppenvorsitzende Lukas Bert.

"Gegenüber dem Wissenschaftsministerium werden wir uns dafür aussprechen, dass keine Gelder
aus dem Landeshaushalt oder den Haushalten der Universitäten in Göttingen und Hannover mehr
für die Arbeit der Konfuzius Institute verwendet werden. Den deutsch-chinesischen
Kulturaustausch begrüßen wir aber ausdrücklich. Als Alternative könnten deshalb
Professorenstellen zur chinesischen Kultur geschaffen werden", so Schlossarek abschließend.

Die Pressemitteilung als PDF finden Sie hier:
Pressemitteilung Zusammenarbeit mit Konfuzius Instituten beenden

Kontaktperson

Kai-Christian Schönwald

Landesgeschäftsführer

schoenwald@cdu-niedersachsen.de

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